Iwan Krylow
Der Wolf und der Kuckuck

«Nachbar, leb wohl», so sprach zum Kuckuck Isegrim,
«Ich hofft' umsonst, dass ich hier Ruhe hätte.
Die Menschen sind, es sind die Hunde schlimm
Und schikanieren um die Wette.
Man könnt' ein Engel sein
Und käme nicht heraus aus blutigen Zänkereien.» —
«Und ist das Ziel der Reise weit gesteckt?
Wo sind den wohl die Leute so gemütlich,
Dass du mit ihnen leben könntest friedlich?» —
«Ja, sieh, ich geh' von hier direkt
In die arkadischen Gefilde.
O Nachbar, das ist dir ein Land!
Da ist der Krieg noch unbekannt,
Die Menschen dort sind wie die Lämmer milde.
Die Flüsse führen Milch statt Wasser —
Kurzum, dort herrscht die goldne Zeit.
Man lebt ganz brüderlich, tut sich kein Leid,
Dieweil kein Feind ist und kein Hasser.
Es beißen nicht die Hunde,
Man sagt sogar, sie bellen nicht einmal —
Und hier mit ihnen welche Qual!
Mal es dir aus in einer stillen Stunde
Das schönste Leben auf so holder Flur:
Hier findest du davon auch nicht die kleinste Spur.»
«Adieu, gedenke freundlich mein,
Ich hoff' in kurzem besser zu gedeihn
In Friede, Fülle und Behagen,
Wenn ich nicht mehr in Angst und Zagen
Mich brauche Tag und Nacht zu plagen.» —
«Verehrter Freund, ich wünsche dir viel Glück»,
Versetzt der Kuckuck, «doch dein Naturell
Und dein Gebiss, die lassest du zurück?» —
«Du spaßest wohl, Gesell,
Dass ich ein Narr wäre', Gott bewahre!» —
«Nicht? Nun so denk an mich, du lassest Haare!»

Wenn's einer selber übel meint,
So schimpft er um so ärger auf die Leute:
Er sieht in jedem einen Feind,
Dieweil er selbst keinen je erfreute.

Übersetzt von unbekannter autor

Иван Крылов
Волк и Кукушка

«Прощай, соседка!» Волк Кукушке говорил:
«Напрасно я себя покоем здесь манил!
    Всё те ж у вас и люди, и собаки:
Один другого злей; и хоть ты ангел будь,
    Так не минуешь с ними драки». —
    «А далеко ль соседу путь?
И где такой народ благочестивой,
С которым думаешь ты жить в ладу?» —
    «О, я прямехонько иду
    В леса Аркадии счастливой.
    Соседка, то́-то сторона!
Там, говорят, не знают, что́ война;
    Как агнцы, кротки человеки,
    И молоком текут там реки;
Ну, словом, царствуют златые времена!
Как братья, все друг с другом поступают,
И даже, говорят, собаки там не лают,
    Не только не кусают.
    Скажи ж сама, голубка, мне,
    Не мило ль, даже и во сне,
Себя в краю таком увидеть тихом?
    Прости! не поминай нас лихом!
    Уж то-то там мы заживем:
    В ладу, в довольстве, в неге!
Не так, как здесь, ходи с оглядкой днем,
    И не засни спокойно на ночлеге».—
    «Счастливый путь, сосед мой дорогой!»
Кукушка говорит: «а свой ты нрав и зубы
    Здесь кинешь, иль возьмешь с собой?» —
    «Уж кинуть, вздор какой! » —
«Так вспомни же меня, что быть тебе без шубы».

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Чем нравом кто дурней,
Тем более кричит и ропщет на людей:
Не видит добрых он, куда ни обернется,
    А первый сам ни с кем не уживется.

Перевод стихотворения Ивана Крылова «Волк и Кукушка» на немецкий.